Für eine menschenwürdige Arbeit – Gemeinsame Aktion von Neuer Arbeit mit den Gewerkschaften und der Katholischen Betriebsseelsorge

„Gute Arbeit in Stuttgart und weltweit“ – das forderten am 7. Oktober, dem „Welttag der menschenwürdigen Arbeit“, verschiedene Gruppen und Institutionen auf dem Stuttgarter Marktplatz. Dazu gehörten Gewerkschaften, die Katholische Arbeitnehmerbewegung, die Katholische Betriebsseelsorge, Erwerbsloseninitiativen und das Sozialunternehmen Neue Arbeit. Mit einem von der Denkfabrik entwickelten Schätzspiel zeigte die Neue Arbeit, dass weit mehr Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen sind als offiziell vermittelt wird. Dies regte zu intensiven Gesprächen an.

In den Reden wurden die vielen unsicheren Beschäftigungsformen wie Teilzeitarbeit, Minijobs, Leiharbeit oder befristete Verträge angeprangert. Sie machen in Baden-Württemberg mittlerweile über 35 Prozent aus. Uli Rabeneick, stellvertretender Geschäftsführer der Neuen Arbeit, machte deutlich, dass auch die langzeitarbeitslosen Menschen zu den Verlierern zählen: „Wir erleben alltäglich hautnah, dass immer mehr Menschen nicht mehr aus der Arbeitslosengeld II-Falle herauskommen.“ Erfolgsmeldungen über den Rückgang der Arbeitslosigkeit verdeckten, dass sich die Langzeitarbeitslosigkeit verfestigt hat: „30,3 Prozent aller Arbeitslosen in Baden-Württemberg sind länger als ein Jahr arbeitslos.“ Langzeitarbeitslose erhielten immer weniger Unterstützung, obwohl die Kosten der Arbeitslosigkeit höher seien als die Kosten der geförderten Beschäftigung. Rabeneick forderte deswegen unter anderem einen sozialen Arbeitsmarkt für die Menschen, die keine Chance mehr auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt haben.