Diakonie Pressekonferenz 2014Landeskirche und Diakonie fordern von der Politik mehr Engagement für Langzeitarbeitslose

„Die Beschäftigungsgutscheine sind ein Tropfen auf den heißen Stein“, bringt es Oberkirchenrat Dieter Kaufmann auf den Punkt. Der Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks Württemberg bilanziert im Rahmen einer Pressekonferenz beim Sozialunternehmen Neue Arbeit, die Nachfrage habe das Angebot weit überstiegen. Allerdings gelte: „Kirche und Diakonie können nur Impulse geben. Arbeit statt Arbeitslosigkeit zu finanzieren ist ein gesellschaftliches und bundespolitisches Thema.“Mit den Beschäftigungsgutscheinen wird stundenweise Arbeit für langzeitarbeitslose Menschen in Kirchengemeinden oder Sozialunternehmen geschaffen. 500.000 Euro hat die Landessynode der evangelischen Kirche in Württemberg dafür bereitgestellt, 75 Kirchengemeinden und 150 langzeitarbeitslose Menschen haben die Gelegenheit genutzt.

Maximal werden 6,5 Stunden bezahlt. Wird der Gutschein mit Maßnahmen von Jobcentern, Kommunen oder Umsatzerlösen kombiniert sind auch höhere Stundenzahlen möglich – bis hin zu einer sozialversicherungspflichtig Beschäftigung. Vergeben wird der Gutschein über die Kirchengemeinden. Das soll dazu anregen sich mehr mit dem Thema Langzeitarbeitslosigkeit zu beschäftigen.Wie wichtig die Arbeit für die Betroffenen ist wurde im Gespräch deutlich. „Ich fühle mich wieder besser“, so Thomas Fischer, der in der Kirchengemeinde Remseck-Aldingen Hausmeister- und Gärtnertätigkeiten übernimmt. „Ohne den Beschäftigungsgutschein säße ich nur zu Hause rum“, so Berthold G., der wegen Arbeitsplatzabbau beschäftigungslos wurde.

„Aktuell werden nur noch Menschen vom Jobcenter gefördert, die Chancen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt haben. Der Beschäftigungsgutschein füllt hier eine Lücke“, so Uli Rabeneick, stellvertretender Geschäftsführer der Neuen Arbeit. Dennoch soll er keine Dauerlösung werden. „Langzeitarbeitslosigkeit ist die Hauptursache für Armut. Wir wollen vom Schwarzwald über die Ostalb bis nach Berlin auf die Politik einwirken, damit die Bundesregierung das Thema der öffentlich geförderten Beschäftigung wieder auf die Agenda nimmt“, so Kaufmann. Die Beschäftigungsgutscheine seien dafür ein Modell. Trotz brummender Konjunktur bleibe die Situation der Langzeitarbeitslosen schwierig. Deswegen müsse die Politik „Arbeit statt Arbeitslosigkeit“ finanzieren.