Waren von der Radstation beindruckt: Dr. Gudrun Zühlke vom ADFC und Staatssekretärin Gisela Splett (Mitte). Robert Bodner von der Radstation übernahm die Führung.

Staatssekretärin Splett besucht Radstationen

Bei der Sommerradtour des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club) zeigt sich Staatsekretärin Gisela Splett beindruckt von den Fahrradservicestationen der Neuen Arbeit. Splett ist Staatsekretärin im Ministerium für Verkehr und Infrastruktur. „Gute Abstellplätze steigern natürlich die Bereitschaft mit guten Rädern unterwegs zu sein“, so Splett. Das diene auch der Verkehrssicherheit.


Sie verwies auf eine Umfrage: „Mehr als 50 Prozent der Befragten nannten mehr Abstellplätze als sehr wichtige oder wichtige Maßnahme für die eigene Fahrradnutzung.“ Die Radstation in Ludwigsburg sei „ein gutes Beispiel“ für eine gelungene Abstellmöglichkeit.


Aus Sicht von Splett sind Abstellplätze wichtig, um die Motivation zu erhöhen, dass Fahrrad zu nehmen: „Wenn ich das Fahrrad mühselig über die Treppe aus dem Keller tragen muss, überlege ich es mir zweimal ob ich mit dem Rad fahre oder ein anderes Verkehrsmittel nehme.“ Deswegen fördere die Landesregierung auch den Bau von Abstellplätzen. Die Landesbauordnung schreibt inzwischen Abstellplätze bei Wohnbauten vor. Im öffentlichen Raum, zum Beispiel bei Bahnhöfen, habe das Land aber wenig Einfluss. Dies wurde bei der Besichtigung der Fahrrad-Service-Station in Bad Cannstatt deutlich. Dort werden die Fahrräder in einem alten Bunker untergebracht. Weil die Kunden nicht sehen, wo und wie ihre Räder gelagert werden, sind viele abgeschreckt. Außerdem ist das alte Gebäude von außen wenig attraktiv und nicht zugeschnitten für so einen Zweck. Weil bei der Bahn wenig Interesse an diesem Thema besteht und die Grundstückspreise und Mieten überall steigen, sei es auch schwer, weitere Stationen zu errichten, so Uli Rabeneick, stellvertretender Geschäftsführer der Neuen Arbeit. Splett hofft allerdings auf einen Druck von unten. „Wenn der Bedarf steigt, und davon gehen wir aus, dann wird es auch vermehrt solche Lösungen geben müssen. Wenn es dann gelingt, dies auch noch mit sozialen Anliegen zu verbinden und Arbeitsplätze zu schaffen, um Service anbieten zu können, ist es umso besser.“ Weil die Fahrradservicestationen gleichzeitig Langzeitarbeitslosen wieder Beschäftigung bieten, will sich Splett mit dem Sozialministerium zusammentun. So soll gemeinsam nach Unterstützungsmöglichkeiten gesucht werden.

Die verkehrspolitische Radtour wird einmal im Jahr vom ADFC veranstaltet. Diesmal standen die Abstellmöglichkeiten für die Räder im Mittelpunkt. „Die Leute brauchen gute Abstellanlagen in der ganzen Wegekette. Ich brauche das daheim, aber auch dort, wo ich in den Nahverkehr umsteige oder wo ich einkaufen gehe oder eine Sehenswürdigkeit besichtige“, so Dr. Gudrun Zühlke, Landesvorsitzende des ADFC. „Je länger ich mein Fahrrad stehen lasse, desto mehr brauche ich eine ganz hervorragende Betreuung für mein Fahrrad.“ Optimal sei es, wenn das Fahrrad dann auch noch, wie in den Fahrrad-Service-Stationen, repariert werde.

Dass hier Menschen ausgebildet werden und Radfahrer ihre Räder diesen anvertrauen können, habe noch einmal eine völlig andere Qualität.

„Im Prinzip muss es an jedenm Schienen knoten, wo es Umsteigemöglichkeiten gibt, eine Fahrrad-Service-Station geben“, so Zühlke.