Bei EBI können Asylbewerber arbeiten …EBI bietet Flüchtlingen Arbeit

Was immer wieder gefordert wird, die Esslinger Beschäftigungsinitiative (EBI) macht es bereits: Sie bietet Flüchtlingen Beschäftigung. Seit 2012 können 30 Asylsuchende hier die Möglichkeit zu einer gemeinnützigen Arbeit nach dem Asylbewerberleistungsgesetz nutzen.


Für Asylsuchende ist es nicht leicht, in den Arbeitsmarkt einzusteigen: Junge Menschen im Asylverfahren dürfen in den ersten drei Monaten nicht arbeiten, danach nur mit einer Arbeitserlaubnis mit Vorrangprüfung für einen genau festgelegten Arbeitsplatz. Erst nach 14 Monaten in Deutschland fällt die Vorrangprüfung weg. Erst nach vier Jahren Aufenhalt dürfen Asylbewerber einen Job bei einen der vielen Zeitarbeitsfirmen im Umkreis annehmen. Eine der wenigen Möglichkeiten, aus der Enge der Unterkünfte zu entkommen, sind gemeinnützige Arbeitsgelegenheiten (Ein-Euro-Jobs) bei Vereinen oder Kirchengemeinden, bei kommunalen oder gemeinnützigen Einrichtungen. Asylsuchende arbeiten hier bis zu 80 Stunden im Monat mit und erhalten eine Aufwandsentschädigung von 1,05 Euro pro Stunde. Dies klingt nicht besonders attraktiv. Trotzdem arbeiten bei EBI so 35 Asylsuchende bei EBI im Recycling, bei den Haushaltsauflösungen, bei Hausmeistertätigkeiten, im Fahrradladen und in der Raumausstattung.

Die jungen Männer – die meisten aus Pakistan, Syrien, Gambia, Eritrea und Kamerun – bestätigen immer wieder: Es tue ihnen gut, etwas Sinnvolles zu tun und der deutschen Gesellschaft etwas zurückzugeben. … und ihr Deutsch verbessern

Der zeitliche Einsatz bei EBI wird auf die vielen anderen Verpflichtungen der Asylsuchenden abgestimmt, etwa auf Sprachkurse oder Termine, die das Asylverfahren betreffen. Dies setzt einen sensiblen und vertrauensvollen Umgang mit den Asylsuchenden voraus. Wichtig ist gleichzeitig eine gute Zusammenarbeit mit dem Flüchtlingssozialdienst der AWO und den vielen Ehrenamtlichen, die die Asylbewerber im Alltag unterstützen.

Einmal in der Woche treffen sich die Asylbewerber, die bei EBI arbeiten, im Sprachcafé, um in entspannter Atmosphäre Deutsch zu lernen und zu üben, bezogen auf ihren Arbeitsalltag. Im Sprachcafé werden auch Veranstaltungen für alle Mitarbeitenden vorbereitet: ein gemeinsames Frühstück, ein gemeinsames Mittagessen am Grill und Gesprächsrunden, in denen gemeinsam Regeln für ein verträgliches Miteinander aufgestellt werden. Vorbehalte und Ängste gibt es in den unterschiedlichen Arbeitsgruppen immer wieder, deshalb sind Informationen und Offenheit unabdingbar. Geplant ist in nächster Zeit eine „Vollversammlung“ bei EBI, auf der die Asylsuchenden ihre Heimatländer vorstellen.

Finanziert werden die gemeinnützigen Arbeitsgelegenheiten vollständig von EBI ohne öffentliche Gelder, das Sprachcafé wird von der Diakonie unterstützt. Die EBI finanziert nicht nur den Mehraufwand vom maximal 84 Euro pro Monat und Person, sondern auch die Sicherheitsschuhe und die Fahrtkosten.

Die Arbeitsgelegenheiten bei EBI sind bei den Asylsuchenden sehr begehrt. Inzwischen gibt es eine Warteliste von jungen Asylbewerbern, die nicht mehr untätig zu Hause sitzen, sondern etwas Sinnvolles für sich und die Gesellschaft leisten wollen.