Lernbegleiter Jürgen Kaiser unterstützt Schüler Marcel beim MatheunterrichtErfolgreiche Bildungsarbeit für benachteiligte Jugendliche

Seit Januar 2015 werden dank der Förderung durch den Europäischen Sozialfonds im Lernzentrum Hallschlag junge Menschen gefördert. Jetzt wurde die Weiterförderung für 2016 bewilligt.

Im Lernzentrum unterstützen Lernbegleiter Jugendliche dabei, das Klassenziel oder den Schulabschluss zu erreichen und an Ausbildung oder weiterführende Schulen anzuschließen. Die Schulen, die Berufseinstiegsbegleiter sowie die Schülerinnen und Schüler fragen immer wieder nach Lernangeboten. Die wichtigsten Kooperationspartner des Lernzentrums sind die umliegenden Schulen in Bad Cannstatt und das Netzwerk „Zukunft Hallschlag“.

Bereits zum Schuljahresende im Juli 2015 erreichte das Lernzentrum die Jahresziele 2015. 73 Schüler und Schülerinnen aus den Klassenstufen 7 bis 10 wurden erfolgreich darin unterstützt, das Klassenziel oder den Schulabschluss zu erreichen. Für 34 Jugendliche, die ihren Schulabschluss gemacht haben, konnte eine Anschlussperspektive in eine Ausbildung oder eine weiterführende Schule eröffnet werden.

Die Schüler kommen aus Förderschulen, Hauptschulen und Werkrealschulen. Hauptsächlich wird Unterstützung im Fach Mathematik nachgefragt, gefolgt von Deutsch und Englisch. Die stark gestiegene Nachfrage bestätigt den Leiter des Lernzentrums Klaus Zimmer darin, dass die Einrichtung für die Schulen am Hallschlag inzwischen ein unverzichtbarer Partner geworden ist.

„Das Lernzentrum bringt meinen Schülern viel“, sagt Brunhilde Maier, Klassenlehrerin der 8. Klasse an der Altenburgschule, und sie fügt hinzu: „Gerade diejenigen, die regelmäßig ins Lernzentrum gehen, haben nicht nur ihre Leistung gesteigert, sondern auch ihr Verhalten im Unterricht zum Positiven verändert. Viele Familien können sich Nachhilfe für ihre Kinder nicht leisten, deshalb ist dieses kostenlose Angebot so wertvoll.“

Die kooperierenden Schulen berichten, dass gerade problematische Schüler, die vom Unterricht ausgeschlossen werden müssen, nicht nach Hause sondern ins Lernzentrum geschickt werden können, wo sie begleitet und noch etwas lernen würden.

Klaus Zimmer freut sich über das gute Zusammenspiel zwischen der Einrichtung und den Schulen, von dem die Jugendlichen sehr profitieren.

So hat Salima, 16 Jahre, nach Ende der Schulpflicht die Schule abgebrochen. Sie hat sich dann im Lernzentrum über Monate intensiv auf die so genannte Schulfremdenprüfung vorbereitet und den Hauptschulabschluss nachgeholt. Nun will sie die mittlere Reife machen. „Das Lernzentrum hat mir geholfen, einen guten Abschluss zu machen, sie haben mich motiviert und unterstützt, ich bin sehr froh, dass ich die Möglichkeit bekommen habe“, sagt Salima.

Der enorme Projekterfolg hat auch die verantwortlichen Entscheidungsträger bei der Vergabe von Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds überzeugt. Die Förderung für das Jahr 2016 wurde vor wenigen Wochen bewilligt.