Mit einer Vuvuzela und dem Slogan „Wir geben Arbeitslosen eine Stimme“ werben Arbeitshilfeträger und Diakonie für öffentlich geförderte Beschäftigung. Davor zu sehen sind Landesbischof Otfried July, Synodalpräsidentin Inge Schneider, Oberkirchenrat Dieter Kaufmann und Berthold Gohs, der vom Beschäftigungsgutschein profitierte

Beschäftigungsgutscheine der Landeskirche erfolgreich

Die Beschäftigungsgutscheine waren ein Erfolg. Dieses Fazit zog die württembergische evangelische Landeskirche auf ihrer Früjahrssynode. Das Förderprogramm für Langzeitarbeitslose war 2013 gestartet und lief drei Jahre. In dieser Zeit haben fast 500 ehemals langzeitarbeitslose Menschen eine Beschäftigungsmöglichkeit bekommen, davon waren über ein Drittel sozialversicherungspflichtig.

Oberkirchenrat Kaufmann, Vorstandsvorsitzender Diakonisches Werk Württemberg, betonte, dass es dabei nicht nur darum ging, den Menschen Arbeit zu ermöglichen. „Langzeitarbeitslose Menschen haben erlebt, dass sie wahrgenommen wurden. Manche waren überrascht, dass Kirche etwas für sie tut“, so Kaufmann. „Sie waren froh, wieder eine Aufgabe und eine Tagesstruktur zu haben. Und sie waren stolz, dass sie gebraucht wurden und wieder etwas Nützliches für die Gesellschaft tun konnten. Sie konnten, so sagten manche ‚wieder etwas zurückgeben‘.“ Kaufmann sagte weiter, es sei erfreulich, „dass langzeitarbeitslose Menschen ins Blickfeld vieler Kirchengemeinden kamen. Es gab Begegnungen und Gespräche, Gottesdienste wurden gefeiert und Veranstaltungen zum Thema Langzeitarbeitslosigkeit durchgeführt, in denen Langzeitarbeitslose selbst zu Wort kamen.“ So sei es gelungen, Kontakt zwischen Kirchengemeinden und Langzeitarbeitslosen herzustellen.

Kaufmann betonte auch, dass es noch mehr politischen Schub brauche, um den etwa 70.000 Menschen zu helfen, die in Baden-Württemberg seit mehr als einem Jahr arbeitslos sind. Das Projekt „Beschäftigungsgutscheine“ habe sich auch in dieser Hinsicht als erfolgreich erwiesen. Es habe in der Landes- und Bundespolitik Überlegungen gefördert, Arbeit statt Arbeitslosigkeit zu finanzieren.

Die Landeskirche hat für die Beschäftigungsgutscheine insgesamt 1,5 Millionen Euro investiert. Die Landessynode bittet das Diakonische Werk „zu prüfen, in welcher Weise die Zusammenarbeit zwischen Kirchengemeinden und diakonischen Einrichtungen vertieft und die Teilhabe langzeitarbeitsloser und anderer benachteiligter Menschen nachhaltig gefördert werden kann.“


Der Bericht von Oberkirchenrat Kaufmann findet sich hier.

Ein Fernsehbericht zu den Beschäftigungsgutscheinen findet sich hier.