Ihnen blieb keine Wahl

Kunst-Ausstellung „Kunstverdichtungen - Motive langzeitarbeitsloser Nichtwähler“ eröffnete am 8. Mai in der BASIS.

Das Künstlerpaar Manuela Bopp und Rolf Rieger war eigens zur Ausstellungseröffnung aus Heilbronn angereist. Sie haben gemeinsam ein Bild mit dem Titel “Ihnen blieb keine Wahl“ gemalt und zur Ausstellung beigesteuert. Beide Künstler sind Nichtwähler, weil sie sich von der Politik ausgegrenzt und allein gelassen fühlen. Sie zeigten sich von der Ausstellung sichtlich beeindruckt.

Das Projekt „Denkfabrik – Forum für Menschen am Rande“ des Sozialunternehmens Neue Arbeit erforscht im Rahmen einer qualitativen Studie die Motive von langzeitarbeitslosen Nichtwählern. In der Ausstellung werden Bilder und Zitate langzeitarbeitsloser Nichtwähler gezeigt, die im Rahmen der Studie entstanden sind.

Friedrich Kern und Martin Tertelmann von der Denkfabrik haben 44 Interviews mit erwerbslosen Nichtwählern auf Forderungen und Appelle an Politik und Gesellschaft durchsucht. Für eine Lesung haben sie deren Aussagen zu einem Chor der Langzeitarbeitslosen Nichtwähler verdichtet der deutliche und schonungslose Worte findet. Die Forderungen, die die ganze Tragödie der befragten Langzeitarbeitslosen zum Ausdruck bringen, wurden während der Ausstellungseröffnung in einer Lesung eindrucksvoll präsentiert.

Bernhard Löffler, Regionsgeschäftsführer der DGB-Region Nordwürttemberg, verlas in seinem Grußwort die Hauptforderungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes für arbeitslose Menschen. Die Arbeitslosenversicherung müsse wieder gestärkt, die Hürden für Arbeitslosengeld I gesenkt bzw. die Bezugsdauer verlängert werden. Löffler begrüßte, dass das Thema öffentlich geförderte Arbeit für Langzeitarbeitslose wieder im Gespräch sei, die der DGB unterstütze. Das Volumen der anfallenden Arbeit in Deutschland habe sich zwar nicht geändert, es würde heute nur auf mehr Schultern verteilt. So seien mehr Jobs entstanden, die aber zunehmend in prekäre Arbeit mündeten.

Uli Rabeneick vom Sozialunternehmen Neue Arbeit wies darauf hin, das in Deutschland Langzeitarbeitslosigkeit die Hauptursache für Armut sei. In der öffentlichen Wahrnehmung sei das Problem Arbeitslosigkeit schon gelöst, tatsächlich sei es aber so, dass Langzeitarbeitslose abgehängt seien und sich die Langzeitarbeitslosigkeit auf hohem Niveau verfestigt habe. Alternative Zahlen würden Monat für Monat vom Diakonischen Werk Württemberg in der sogenannten Zumeldung herausgegeben.

Die Ausstellung ist im gewerkschaftlichen Beratungszentrum BASIS, Hauptstätter Straße 41 in Stuttgart bis Freitag, den 26. Mai Montag - Freitag von 10 – 17 Uhr zu sehen. Im Anschluss wandert sie zur Aufbaugilde und in die Nikolaikirche in Heilbronn. Dort wird sie im Juli und August ausgestellt.