Großer Andrang herrschte nicht nur am Eröffnungstag

DAS KAUFHAUS in Bad Cannstatt ist jetzt Inklusionsbetrieb

Über den Andrang konnten sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freuen. Vor dem modernisierten Kaufhaus standen weit über 100 neugierige und kauflustige Menschen, die hereindrängten. Es gab für viele Minuten kein Rauskommen mehr. Bis heute kommen mehr Kunden ins Kaufhaus als vor der Eröffnung.


Seit 2005 gibt es DAS KAUFHAUS in Bad Cannstatt, jetzt wurde es modernisiert neueröffnet – als Inklusionsbetrieb. Das bedeutet: Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten dort zusammen. Gewinne aus den Verkaufserlösen werden in die Schaffung neuer Arbeitsplätze investiert. So erhalten Menschen mit Behinderung eine Ausbildung und dauerhafte berufliche Perspektiven. Dieses Konzept orientiert sich an den erfolgreichen CAP-Lebensmittelmärkten, die die NintegrA ebenfalls betreibt. „Wir haben das gemeinsame Interesse, Menschen mit Handicap ins Berufsleben zu integrieren. Ich freue mich auf eine gute und unbürokratische Zusammenarbeit“, so Almedina Fischer, Rehabilitationsexpertin Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Stuttgart. Und Ralf Schmidt, Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg ergänzt: „Schwerbehinderte haben es aufgrund besonderer Vermittlungshemmnisse schwerer, einen Arbeitsplatz zu bekommen. Die NintegrA erfüllt die Schwerbehindertenquote seit Jahren vorbildlich.“

Eine weitere wichtige Neuerung ist das Ehrenamt, das nun in fast allen Bereichen angeboten wird. Das Engagement kann nach eigenen Wünschen in verschiedenen Bereichen und von einer bis 15 Stunden oder in zeitlich begrenzten Projekten gestaltet werden.
In Zukunft wird DAS KAUFHAUS auch als Treffpunkt und Ort der Begegnung für Menschen aus allen Schichten dienen. Kulturelle und diakonische Veranstaltungen werden sozialpolitische und geistliche Impulse setzen. Dabei wird DAS KAUFHAUS mit den umliegenden Kirchengemeinden zusammenarbeiten. Außerdem wird mit einem Teil der Erlöse das Brot für die Welt-Projekt „Wenn Müll zu Gold wird“ in Brasilien unterstützt.

Ralf Schmidt (KVJS) mit Unternehmensbereichsleiter Ralf Ehring

Zentral für DAS KAUFHAUS bleibt, dass Brauchbares nicht weggeworfen, sondern wiederverwertet wird. So erhalten Menschen mit geringem Einkommen die Möglichkeit, günstig einzukaufen. Sie erhalten auf Nachweis eine Vorteilcard mit weiteren 30 Prozent auf alle ohnehin sehr preiswerten Waren. Und die Spender müssen nichts entsorgen, sondern können mit den Dingen etwas Gutes tun. Dafür werden in Stuttgart zusätzliche Kleidercontainer aufgestellt.

„Es ist ein Ort der Begegnung und ein Ort, an dem man sich mit allen gesellschaftlichen Schichten auf einen Schwatz verschwätzen kann“, so Pfarrer Heinz Gerstlauer, Vorstandvorsitzender der eva über DAS KAUFHAUS Bad Cannstatt. „Es ist ein Ort, der ein niedriges wirtschaftliches Interesse, aber ein hohes Interesse am Menschen hat. Menschen mit Behinderung können sich hier selbstbestimmt in Würde entfalten und sind angesehen.“
DAS KAUFHAUS wird von der Aktion Mensch und dem Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden- Württemberg (KVJS) gefördert. DAS KAUFHAUS orientiert sich an den Zielen „Inklusiv. Ökologisch. Sozial. Diakonisch.“ Am Ende profitiert jeder und jede der Beteiligten. Nach dem Motto: „Gut für mich. Gut für dich. Gut für alle.“