Beschäftigungsangebote für Menschen mit besonderen Vermittlungshemmnissen

1. Beschäftigungszuschuss für langzeitarbeitslose erwerbsfähige Hilfebedürftige
über 18 Jahren mit besonderen Vermittlungshemmnissen (JobPerspektive)

Neben der Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung (AGH-MAE) nach § 16d SGB II und der Arbeitsgelegenheit in der Entgeltvariante nach § 16d SGB II (AGE) für Langzeitarbeitslose, gibt es seit Oktober 2007 vor allem ein Beschäftigungszuschuss für langzeitarbeitslose erwerbsfähige Hilfebedürftige über 18 Jahren mit besonderen Vermittlungshemmnissen (JobPerspektive). Die gesetzliche Grundlage befindet sich u.a. in §16e des SGB II.

Anmerkungen zur Beschäftigung im Rahmen der sog. JobPerspektive:

  • Die geförderte Beschäftigung unterliegt nicht der Versicherungspflicht zur Arbeitslosenversicherung. D.h. diese Beschäftigung führt bei folgender Arbeitslosigkeit nicht zum Bezug von Alg I.
  • Neben den bestehenden Vermittlungshemmnissen muss die/der Hilfebedürftige in den letzten 5 Jahren mindestens 12 Monate gemeldete Arbeitslosigkeit nachweisen und sich mindestens ein halbes Jahr erfolglos um Arbeit auf dem regulären Arbeitsmarkt bemüht haben.
  • Deshalb ist vor dem Beschäftigungszuschuss in der Regel die Teilnahme an einer Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung (AGH-MAE) vorgeschaltet. Führt diese Massnahme nicht zur Vermittlung auf den regulären Arbeitsmarkt, so ist damit die halbjährige Frist zur Arbeitssuche auf dem regulären Arbeitsmarkt erfüllt.
  • Den Antrag zu einem Beschäftigungszuschuss stellt die Neue Arbeit beim zuständigen Jobcenter, von dem der Arbeitslose Leistungen zur Grundsicherung (AlgII) erhält.
  • Die Entlohnung erfolgt beim Sozialunternehmen Neue Arbeit gGmbH über den NA-Haustarif.
  • Ausgenommen der Versicherungsfreiheit bei der Arbeitslosenversicherung gelten die Bestimmungen eines sv-pflichtigen Arbeitsverhältnisses.


2. Beschäftigung über SGB XII für Menschen mit psychischer Erkrankung

Psychisch Kranke, deren Leistungsfähigkeit gemindert ist, können stundenweise in den verschiedensten Arbeitsbereichen mitarbeiten. Dadurch sollen der Verlust der Arbeitsfähigkeiten und persönlichen Kompetenzen verhindert sowie vorhandene Ressourcen gestützt und nach Möglichkeit ausgebaut werden.

Das Angebot einer Beschäftigung hat angesichts der dauerhaft oder vorübergehend geminderten Leistungsfähigkeit nicht in erster Linie die Funktion einer Erwerbsquelle zur Bestreitung des Lebensunterhalts, sondern dient der Tagesstrukturierung. Arbeit wird als wesentlicher stabilisierender Faktor in der Erlebniswelt von psychisch kranken Menschen bewertet, der zu einer seelischen Gesundung bzw. Stabilisierung beitragen kann.

Psychische Erkrankung vorausgesetzt, soll die Möglichkeit der stundenweisen Tätigkeit geschaffen werden. Der Umfang soll flexibel zwischen einer und maximal 15 Wochenstunden möglich sein.
Als psychisch krank im oben genannten Sinn gelten Personen mit einer psychiatrischen Diagnose, die aktenkundig sein muss oder solche, bei denen durch das Gesundheitsamt die seelische Behinderung festgestellt wurde und die ebenfalls aktenkundig ist.

Die MaßnahmeteilnehmerInnen erhalten eine Mehraufwandsentschädigung von 1,50 Euro und den Ersatz der Fahrtkosten. Da die Zielgruppe der Leistungsberechtigten nach dem SGB XII mehrheitlich nicht mehr oder momentan nicht erwerbsfähig ist, erfolgt eine Teilnahme an einer Beschäftigungsmaßnahme freiwillig, so dass Leistungssanktionen im Sinne von § 26 SGB XII ausbleiben.
Der Zugang erfolgt über einen Berater der SAVe GmbH, Herr Styra, der den Kontakt zur Neuen Arbeit herstellt oder über Frau Kleinbach.

Ansprechpartnerin:
Frau Brigitte Kleinbach
Tel.: 0711 27301 - 160
Fax: 0711 27301 - 118
email senden

Adresse:
Gottfried-Keller-Straße 18 c
70435 Stuttgart