Lukas Müller, links, Teilnehmer bei LAV, hat mit Jan Frier einen Film über sich selbst gemacht.Schneller Wiedereinstieg nach Arbeitslosigkeit

Das Projekt "LAV – Langzeitarbeitslosigkeit vermeiden" wird um ein Jahr verlängert

Das von der Arbeitsagentur geförderte Projekt „LAV – Langzeitarbeitslosigkeit vermeiden“ läuft seit 1. Juli 2020. Es hat bis Anfang Mai 2021 192 Menschen betreut und beraten. Nun wurde es um ein weiteres Jahr verlängert.

Projektleiter Jürgen König von der Neuen Arbeit weiß als erfahrener Vermittler, dass es wichtig ist, Menschen, die frisch in die Arbeitslosigkeit geraten sind, schnell wieder in den Arbeitsmarkt zu vermitteln. Denn erfahrungsgemäß ist es umso schwieriger, Arbeit zu finden, je länger die Arbeitslosigkeit andauert.

192 Menschen sind bisher zugewiesen worden. Sie sind in der Regel sechs bis acht Wochen im Projekt. 36 Personen sind aktuell noch aktiv. Jürgen König aktualisiert und optimiert Bewerbungsunterlagen und bereitet die Teilnehmenden auf Vorstellungsgespräche vor. Da spielen Dinge wie nonverbale Kommunikation eine wichtige Rolle. König zeigt auf, wie man zum Beispiel Körperhaltungen und Gesten deuten kann, wie man wichtige Informationen zwischen den Zeilen lesen lernt und sich auch nicht zu schnell einschüchtern lässt. Er analysiert mit den Teilnehmenden verschiedene Berufsbilder und versucht so, berufliche Perspektiven zu erweitern. So hat er einen in der Pandemie arbeitslos gewordenen Kaffeemaschinenhersteller in eine Ausbildung zum Industriemechaniker vermittelt. Der Mann war über zehn Jahre beschäftigt und hochqualifiziert, aber eben nicht formell. So hat er nach der Ausbildung mehr Chancen auf dem Arbeitsmarkt und kann auf die zehnjährige Berufserfahrung aufbauen.

König, leidenschaftlicher Vermittler, leitet das Projekt LAV in der Kriegerstraße. König hilft auch dabei, die richtigen Stellenportale zu finden und Personalsuchanzeigen richtig zu lesen. Trotz allem sind die persönlichen Kontakte, über die König und sein Team verfügen, sehr wichtig für die Vermittlung. „Unsere Kunden vertrauen darauf, dass wir die Menschen, die wir vermitteln, gut kennen und deren Leistungsfähigkeit richtig einschätzen. So konnten wir von 192 Menschen 49 in Arbeit oder Ausbildung vermitteln“, berichtet König.

Die meisten kommen aus der Gastronomie und dem Einzelhandel, also aus Branchen, die besonders unter der Pandemie leiden. Die Bundesagentur schöpft die maximal zulässige Belegung aus. 49 Teilnehmende (25,5 Prozent) wurden vermittelt, die Soll-Größe für die Vermittlung liegt bei 20 Prozent. König ist damit dennoch nicht zufrieden, auch wenn er die geforderte Vermittlungsquote deutlich übertrifft. Seine persönliche Messlatte beginnt bei 40 Prozent. Dabei werden manche Erfolge gar nicht als Vermittlung anerkannt – das wird am Beispiel Lukas Müller deutlich. Er ist nach dem Abitur zwei Jahre durch Asien gereist, hatte dann Startschwierigkeiten und Probleme bei seiner Rückkehr nach Deutschland. Bei der Filmproduktion konnte er seinen etwas diffusen Wunsch „irgendwas mit Medien zu machen“ im praktischen Tun konkretisieren. Nun bewirbt er sich auf Studienplätze an Hochschulen für Medien in ganz Deutschland. „Die Neue Arbeit hat mir geholfen, mich zu orientieren. Ich weiß nun, was ich will, habe Struktur und erlebe Sinn in meinem Alltag, dafür bin ich sehr dankbar“, sagt Müller.

Auch wenn der Fall Lukas Müller von der Arbeitsagentur nicht als Vermittlungserfolg anerkannt wird, kann die Neue Arbeit sich darüber freuen, ihm geholfen zu haben. Manchmal reichen sechs bis acht Wochen einfach nicht, um echte Perspektiven zu ermitteln. Lukas Müller will bis Studienbeginn im Oktober weiter in der Filmproduktion arbeiten.

Den Film, den Lukas Müller über sich selbst gedreht hat, finden Sie unter
https://filmproduktion.neuearbeit.de/index.php/component/allvideoshare/video/irgendwas-mit-medien-machen?Itemid=335