Daniel Mrazek, 25 Jahre alt, studiert an der Fachhochschule Pforzheim kreative Kommunikation und Brandmanagement. Von November 2020 bis März 2021 hat er als Tafel-Lieferheld gearbeitet.„Die größte Dankbarkeit haben wir bei den Menschen erfahren, die wirklich nicht viel zum Leben haben.“

Tafel-Lieferservice und CAP-Lieferservice liefert 5160 Lebensmittelpakete an Bedürftige - Daniel Mrazek berichtet hier von seinen Erfahrungen als Tafel-Lieferheld:

Der Tafel-Lieferservice war nicht nur für die bedürftigen Menschen eine Bereicherung, sondern auch für mich als Lieferheld. Es hat mir außerordentlich viel Spaß gemacht, in einer so schweren Zeit armen Menschen, die ihre Wohnung kaum oder gar nicht mehr verlassen können, mit dem wirklich Lebensnotwendigsten zu versorgen. Die Stimmung war immer super.

Der Tafel-Lieferservice war nicht nur für die bedürftigen Menschen eine Bereicherung, sondern auch für mich als Lieferheld. Es hat mir außerordentlich viel Spaß gemacht, in einer so schweren Zeit armen Menschen, die ihre Wohnung kaum oder gar nicht mehr verlassen können, mit dem wirklich Lebensnotwendigsten zu versorgen. Die Stimmung war immer super. Fast alle Menschen, die wir versorgt haben, waren jedes Mal aufs Neue von ganzen Herzen dankbar. Das zeigten Aussagen wie „So viel Sicherheit in einer so unsicheren Zeit ist wirklich ein Geschenk“ oder „Was ihr hier macht, ist besser als Weihnachten“. Eine Frau, die immer Ravioli-Konserven bestellt hat, ließ sich sogar überzeugen, mehr frisches Gemüse zu bestellen und gesünder zu leben.

Das Lieferteam hat alle belieferten Menschen nach einiger Zeit so gut gekannt, dass wir ihnen jede Woche durch Kleinigkeiten und Aufmerksamkeiten ein Lächeln aufs Gesicht zaubern konnten. Ich habe noch nie so viele wundervolle Erfahrungen mit Menschen in so kurzer Zeit gemacht. Ich habe ein tieferes Verständnis für andere Kulturen bekommen, weil so viele aus unterschiedlichen Kulturkreisen kommen. Viele haben sich über unser Leben erkundigt, sie wollten wissen, warum wir das in unseren jungen Jahren machen. Das hat mich sehr berührt. Alles in allem war es ein Geben und Nehmen. Wir konnten Menschen, denen es nicht so gut geht, wirklich helfen und wir durften wertvolle Erfahrungen sammeln.

Die größte Dankbarkeit haben wir bei den Menschen erfahren, die wirklich nicht viel zum Leben haben. Das konnte man daran sehen, dass ihre Wohnungen arm und spärlich eingerichtet waren. Sie boten uns oft einen Kaffee, Tee oder in der Weihnachtszeit auch Plätzchen an. Eine Frau, die wir zum Wochenende hin beliefert haben, sagte: „Freitag ist für mich immer Weihnachten und die Lieferhelden sind die Engel.“

Das sind so tolle Menschen, sie sind ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft, weil sie uns die Möglichkeit geben, menschlich zu sein. Für viele waren wir der einzige soziale Kontakt. Alleinstehende haben uns ihre Lebensgeschichte erzählt, da hat man zugehört und auch Überstunden in Kauf genommen.

Bei mir ums Eck in der Nachbarschaft wohnt ein Mann, den ich beliefert habe. Ihn betreue ich auch jetzt noch weiter. Nach diesen Erfahrungen gehe ich anders durch die Welt.

Die Tafel- und CAP-Liefer- und Besorgungsdienste
versorgten in der Zeit von Juni 2020 bis Ende März 2021 über 200 gehbehinderte, ältere und bedürftige Menschen, die in der Corona-Krise ihre Wohnung nicht mehr verlassen können. Der Dienst lieferte einmal wöchentlich kostenlose Lebensmittel und Drogerieartikel in begrenztem Umfang an bedürftige Menschen. Die Aktion wurde von Aktion Mensch gefördert. Ehrenamtliche Lieferheldinnen und Lieferhelden haben diesen Service durch ihr selbstlosen Einsatz ermöglicht.
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