Die Teilnehmenden bei der Zertifikatübergabe und Abschlussveranstaltung im Kulturwerk„Demokratie bewahren, heißt dafür eintreten“

Bericht über die Qualifizierung zum Demokratieberater von Andreas Kraft

Fünf Demokratiebegleiter/-innen und zwei weitere Teilnehmerinnen wurden bis Juni 2021 an insgesamt 12 Seminartagen zu Demokratieberatern und -beraterinnen qualifiziert.

Die Qualifizierung ist Teil des Projektes „Teges 2.0 – Durch Teilhabe gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken“, das der Evangelische Fachverband für Arbeit und soziale Integration (EFAS e.V.) verantwortet und umsetzt. Gefördert wird die Initiative durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat im Rahmen des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ sowie durch die Lechler Stiftung. Mit der jährlichen Qualifizierung von Demokratieberater/-innen möchte Teges 2.0 einen Beitrag zu mehr politischer Teilhabe leisten und extremistischen Tendenzen konkret und präventiv begegnen.


Im Ausbildungsjahr 2020 / 2021 leiteten Christian van den Kerckhoff und Anna Heinze vom Bonner Institut für Migrationsforschung und Interkulturelles Lernen (BIM e.V.) die Qualifizierung. Das Ziel der Qualifikation ist es unter anderem, Konflikte und konflikthafte Situationen, zum Beispiel im Kontakt mit Menschen mit rechtsextremen oder faschistischen Einstellungen, zu lösen und dafür kommunikative und beratende Elemente anzuwenden und zur Schlichtung beizutragen.

Kommunikation ist also sehr wichtig, will man eine funktionierende Demokratie aufrechterhalten. Gerade deswegen ist das Lösen von Konflikten, das Wissen, wie man berät und schlichtet, elementar. Dies konnten wir im Rahmen der Qualifikation erlernen. Denn natürlich gibt es in heutigen Gesellschaften Menschen, die beispielsweise extremistische oder menschenfeindliche Einstellungen haben. Aber gerade bei diesen Menschen lohnt es sich, in einen Dialog zu treten, im Auftrag der Demokratie.

Doch die Seminare gingen über das Thema Kommunikation weit hinaus. Wir erarbeiteten uns weiter wichtige Grundlagen und Kenntnisse – beispielsweise in den Bereichen Moderation, Organisation von Verbänden und Freiwilligenarbeit, Bedeutung von Werten. Besonders die Überlegung, was wir unter Werten verstehen und welche Werte uns wichtig sind, fand ich persönlich sehr spannend. Die Qualifikation war eine Bereicherung für mich.

Marc Hentschke, Vorstandsvorsitzender des EFAS e.V. sowie Geschäftsführer der Neuen Arbeit, sagte bei der Abschlussveranstaltung im Kulturwerk: „Ich möchte Ihnen Mut zusprechen. Demokratie bewahren, heißt dafür eintreten. Das heißt, man muss Haltung zeigen und auch für seine Überzeugung eintreten.“

Katrin Hogh, Geschäftsführerin vom EFAS e.V., dankte den Seminarleitern und den Teilnehmenden und erwähnte einen Bericht des Verfassungsschutzes, in dem steht, dass es wieder vermehrt zu rechtsextremem Verhalten komme. Sie schloss daraus: „Eintreten für die Demokratie ist wichtiger denn je.“

Themen der Qualifizierungsreihe „Demokratieberater/-in“
• Interkulturelle und interreligiöse Werte
• Kommunikation und Konfliktbearbeitung
• Argumentations- und Handlungstraining bei menschenfeindlichen Einstellungen
• Verbandskultur / Freiwilligenarbeit und -management
• Grundlagen der Beratung, Methoden und Gesprächsführungstechniken sowie Rolle und Haltung des Beraters oder der Beraterin