Schockierende Studie: 435.000 Deutsche ohne Chance auf dem Arbeitsmarkt

Langzeitarbeitslose Menschen sind motiviert zu arbeiten, haben aber oft keine Chance auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, weil sie mehrere Vermittlungshemmnisse haben. Dies zeigt eine neue Studie der Hochschule Koblenz, die damit valide Zahlen für eine Diskussion um den öffentlich geförderten Arbeitsmarkt bereitstellt. Danach zählen 435.178Menschen zu den arbeitsmarktfernen Personen, für die öffentlich geförderte Beschäftigung in Frage kommt. Zusammen mit ihnen leben mehr als 300.000 Kinder, die von der Situation ihrer Eltern betroffen sind.

Hier finden Sie die Pressemitteilung zur Studie

Hier finden Sie die Studie: „Messkonzept zur Bestimmung der Zielgruppe für eine öffentlich geförderte Beschäftigung“

Hier finden Sie das bundesweite Presseecho zur Vorstellung der Studie

Die Untersuchung stützt sich auf den PASS (Panel Arbeitsmarkt und Soziale Sicherung), der Wert auf Langzeitbeobachtung legt. Damit können Entwicklungen im Detail betrachtet werden.

Als arbeitsmarktfern definiert die Studie Menschen im Alter von 26 bis 60 Jahren mit mindestens vier Vermittlungshemmnissen und 90 Prozent Beschäftigungslosigkeit in den letzten drei Jahren. Im Bundesgebiet sind dies 435.178 Menschen, in Baden-Württemberg 33.800 Langzeitarbeitslose oder 29,5 Prozent.

Auch die Motivation der Langzeitarbeitslosen wurde abgefragt. Dabei schneiden diese sogar leicht besser ab als die Erwerbstätigen.

Für die Macher der Studie ergibt sich aus den Zahlen die Forderung an die politisch Verantwortlichen, eine Grundsatzentscheidung zu treffen: Soll es eine teilhabeorientierte Ausgestaltung der Arbeitsmarktpolitik geben oder soll der „harte Kern“ der Langzeitarbeitslosen im passiven Transferleistungsbezug auf Dauer „stillgelegt“ werden?