Die Neue Arbeit eröffnet in Bissingen einen integrativen Drogeriemarkt

Als ehemaliger Zehnkämpfer hat Oberbürgermeister Jürgen Kessing die erste Stunde nach der Eröffnung als prominenter Kassierer im neuen Drogeriemarkt bestens gemeistert. Nach der Schleckerpleite vor eineinhalb Jahren, an deren Ende der Verlust von Arbeitsplätzen und die fehlende Nahversorgung stand, freut er sich mit den Bissinger Bürgern, endlich wieder einen Drogeriemarkt in der Stadt zu haben. Schon in den Tagen als der Markt hergerichtet wurde war eine große Ungeduld in der Stadt spürbar. Wann geht es endlich los?

„Die Neue Arbeit schließt eine Versorgungslücke, dafür sind wir sehr dankbar“, sagte Kessing.

Marc Hentschke, Geschäftsführer der Neuen Arbeit, freut sich über den schönen Markt und die gute Aufnahme bei den Bissinger Bürgern. Er betonte, dass sich die Neue Arbeit schon seit vielen Jahren in der Beschäftigung von behinderten Menschen engagiert. Er freut sich, dass die Marktleiterin eine gelernte Drogistin und vom Fach ist. Die Marktleiterin Irene Waibler hat über 11 Jahre den Schleckermarkt in Bissingen geführt und sich nach der Insolvenz mit Gelegenheitsjobs über Wasser gehalten.

Sie erinnert sich an den Ladenschluss am letzten Arbeitstag bei Schlecker. Damals hatte sie gesagt: „Was täte ich drum geben, wenn ich diese Tür wieder aufmachen könnte“. Nun ist ihr Herzenswunsch Wirklichkeit geworden. Sie arbeitet mit vier weiteren Kollegen und Kolleginnen zusammen. Drei davon sind schwer behindert. Irene Waibler hat bereits einige Monate im CAP-Markt gearbeitet und ausreichend Erfahrung in der Zusammenarbeit mit behinderten Menschen gesammelt. „Es ist eigentlich ganz normal“, sagt sie.

Elisabeth Leibold, die Vermieterin und ehemalige Stadträtin überreichte eine Spende für die Förderung und Integration von behinderten Menschen an die Neue Arbeit. „Eine Marktleitung muss den Laden im Griff haben, aber hier muss es ein liebevoller Griff sein“, sagte Frau Leibold mit Blick auf die schwer behinderten Mitarbeiter, die im iD-Drogeriemarkt arbeiten.

Viele Menschen kamen zur Eröffnung. „So voll war der Laden noch nie“, sagt Irene Waibler. Ein guter Auftakt. In zwei Tagen wird der nächste iD-Drogeriemarkt in Asperg eröffnet. Dort warten die Menschen auch schon sehnsüchtig.

Filmbeitrag zur Eröffnung des iD-Drogeriemarktes in Bissingen: