1.Mai2014Kandidaten/-innen besuchen Kulturwerk

Neun Kandidatinnen und Kandidaten zum Stuttgarter Gemeinderat kamen, um sich über die Arbeit des Kulturwerks zu informieren. Im Mittelpunkt stand die schwierige Situation der Einrichtung und die Folgen für die suchtkranken Menschen. Mit praktischer Arbeit und Ausbildungsmöglichkeiten gelingt es dem Kulturwerk seit fast 20 Jahren, suchtkranke Menschen zu motivieren. Sie stabilisieren sich und haben eine Aufgabe, einige schaffen es am Ende, auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. Diese Erfolge werden dem Kulturwerk immer wieder bescheinigt, auch von der Agentur für Arbeit. Trotzdem werden die Mittel immer weiter gekürzt, Maßnahmen sind meist nur für wenige Monate gesichert. „Das motiviert die Betroffenen nicht, hier anzufangen“, so Leiter Armin Markmeyer. Verschärft wird die Lage dadurch, dass keine 1,50 Euro pro Stunde mehr gezahlt werden. Nach den neuen gesetzlichen Regelungen werden nur die Fahrtkosten erstattet. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kulturwerks ist die Situation extrem schwierig. „Die Arbeit mit suchtkranken Menschen braucht Zeit“, so Markmeyer, „an der Oberfläche zu arbeiten bringt nichts.“

Die Besucher zeigten sich von der schwierigen Situation betroffen und folgten interessiert der Führung durch das Haus. Dabei zeigte sich, dass die Erfolge und Schwierigkeiten des Kulturwerks wenig bekannt sind. Vorgestellt wurden auch das Projekt „Sucht und Migration“ und die „Wilde Bühne“, eine Theatergruppe, die Präventionsarbeit betreibt.

Die Stadt Stuttgart müsse bei der Finanzierung des Kulturwerks und anderer Einrichtungen der Arbeitshilfe einspringen, forderten Markmeyer und Uli Rabeneick, stellvertretender Geschäftsführer der Neuen Arbeit. In München und Frankfurt geschehe dies bereits.