
Seit Januar 2026 ist er gemeinsamer Geschäftsführer mit Dietmar Meng. Wer ist Stephan Fritz und welche Ziele hat er für die kommende Zeit?
Herr Fritz, was hat Sie für die Geschäftsführung der Neuen Arbeit begeistert? Und wie war Ihr Einstieg bei der Neuen Arbeit?
Die Neue Arbeit war mir schon bekannt, denn ich war von 2017 bis 2019 im Rudolph-Sophien-Stift als kaufmännisch-technischer Leiter tätig, also schon Teil der eva. Danach arbeitete ich mehrere Jahre für eine IT-Firma in Metzingen mit Niederlassungen in Griechenland und im Nahen Osten (Jerusalem und Ramallah). Und ich war ehrenamtlich im Aufsichtsrat der eva:IT. Im März 2025 kam dann die Anfrage von Herrn Käpplinger, mich bei der Neuen Arbeit einzubringen. Nach etwas Überlegungszeit und guten, vertrauensbildenden Gesprächen habe ich dann im Sommer zugesagt. Drei Aspekte haben mich überzeugt: Die wichtigen Angebote für unsere Zielgruppe, das schlüssige Sanierungskonzept für die Neue Arbeit und nicht zuletzt das in mich gesetzte Vertrauen.
Welche Chancen sehen Sie im Zukunftskonzept der Neuen Arbeit?
Definitiv der Fokus auf unsere Kernthemen für unsere Zielgruppe. Wir brauchen sowohl bewährte als auch neue Modelle, um den Übergang von Arbeitslosigkeit in Arbeit zu gestalten – und die Nähe zum Arbeitsmarkt herzustellen.
Was waren Ihre ersten Aufgaben bei der Neuen Arbeit? Und was die größten Herausforderungen?
Die größte Aufgabe zu Beginn war sicherlich, die Komplexität der SNA zu durchdringen und zu verstehen, die Menschen kennen zu lernen. Eine große Herausforderung war es, während der Sanierung den Fokus und die Prioritäten zu behalten. Also zuerst einmal defizitäre Abteilungen zu schließen, den Overhead umzubauen und als drittes das Gebäudemanagement. Denn das sind die notwendigen Voraussetzungen, um uns zukünftig selber tragen zu können. Das braucht großes Durchhaltevermögen, Mut und die Bereitschaft aller Beteiligten. Wir müssen große organisatorische Schritte mit Menschlichkeit verbinden.
Was war Ihr bisher eindrücklichstes Erlebnis bei der Neuen Arbeit?
Ganz vieles von dem, was ich bisher kennen lernen durfte, hat mich sehr beeindruckt. Leider habe ich bislang erst einen kleinen Teil unserer Angebote persönlich kennen lernen können, das wird sich in 2026 definitiv ändern. Ausführlich durfte ich u.a. schon im Kulturwerk sein, dort wird eine tolle Arbeit geleistet. Und der Dankesabend der Schwäbischen Tafel, wo zahlreiche Menschen, Helfer und Unterstützer zusammenkamen und gefeiert haben: das hat mich sehr berührt.
Haben Sie ein Lebensmotto?
Meine Frau sagt (und sie kennt mich seit mehr als 25 Jahren): Deine positive, optimistische und nach vorne gerichtete Sicht auf das Leben und Wirken ist ganz sicher ein Lebensmotto für Dich. Außerdem prägt mich das christliche Menschenbild, das alle Menschen als gleichwertig und -würdig ansieht.
Was ist Ihre größte persönliche Stärke, die Sie in Ihre Arbeit einbringen?
Meine gute Auffassungsgabe hilft mir dabei, bei aller Komplexität den Überblick zu halten. Hilfreich ist außerdem meine langjährige Erfahrung in der Sozialwirtschaft. Die kann an der einen oder anderen Stelle auch zu einer gewissen Gelassenheit beitragen. Auch das Vertrauen und der Austausch mit den neuen Kollegen und die Rückenstärkung der eva sind sehr stärkend.
Was wollten Sie als Kind werden?
In der Grundschule zunächst Arzt, da mein Patenonkel Arzt war. Dann hat mich das Kaufmännische interessiert und nachdem Zivildienst habe ich überlegt, Sozialpädagogik zu studieren. Es wurden dann die Wirtschaftswissenschaften mit dem Schwerpunkt Personal. Ich denke ich passe mit meinen Stärken heute sehr gut hierher.
Bitte ergänzen Sie spontan: "Arbeit ist für mich ..."
… ein großer Bestandteil meines Lebens. Und als Teil meiner christlichen Prägung auch Teil des Broterwerbs. Und ein Ort, an dem ich mich mit meiner ganzen Person einbringen kann.
Was gibt es Spannendes über Sie zu wissen, das nichts mit (Neuer) Arbeit zu tun hat?
Ich koche sehr gerne. Und sammle Kochbücher. Besonders gern mag ich die von Yotam Ottolenghi. Und irgendwo auf dem Dachboden liegen noch um die 1000 CDs. Also Musik und Sammelleidenschaft. Außerdem bin ich gern in der Natur, beim Wandern oder Radfahren. Ich habe zwei Töchter, die sind heute 20 und 22 und meine Ehefrau, die mir alle drei sehr wichtig sind. Ich gehöre zur ersten Generation der Väter, die Elternzeit genommen haben, in meinem Fall war es ein „Erziehungssemester“. Ich singe mit meiner Frau im Gönninger Kirchenchor und bin schon seit 20 Jahren in einem Männerkreis aktiv.
Wen würden Sie gern einmal persönlich treffen und warum?
Ich bin ganz froh, dass ich im Alltag schon so viele interessante Menschen treffe. Und ich lese gern Biografien. Es interessiert mich sehr, was die Beweggründe von Menschen auf ihrem Kurs sind. Wenn ich jemanden mal gerne treffen könnte, dann vielleicht Angela Merkel oder Cem Özdemir. Aber dann ist ja die Frage: Was mache ich denn, wenn ich sie treffe? (lacht…)
Welchen Wunsch würden Sie sich gern erfüllen?
Im Garten einen Holzbackofen bauen. Oder bauen lassen. Das würde ich später mal gern machen. Und dann zur Rente die Nachbarschaft mit Brot, Flammkuchen und Pizza oder Dinnete versorgen. So eine Art Nachbars– oder Dorf-Besenwirtschaft über den Sommer hinweg. Meine Frau und ich mögen es, Menschen in unserem Haus und Garten zu begrüßen und unkompliziert einzuladen.
Wenn Sie an die Neue Arbeit im Jahr 2030 denken, was fällt Ihnen spontan ein? Die Neue Arbeit ist ...
… wirtschaftlich gesund, innovativ, gut vernetzt. Wir gestalten gute und neue Dinge und sind der Anbieter mit der meisten Kompetenz, um Menschen in Arbeit zu bringen — und das im diakonischen Sinn. Und: Wir sind ein Ort, an dem Menschen gerne arbeiten.
Vielen Dank für die Einblicke und viel Erfolg weiterhin!